DIE WAHRE ESSENZ DER MATERIE
Menschen, die ihre Umwelt mit bewusster Besonnenheit
und Weisheit betrachten, müssen erkennen, dass alles im Universum
- sei es lebendig oder unbelebt - erschaffen wurde. Damit erhebt
sich die Frage, wer oder was der Schöpfer all dieser Dinge ist?
Es ist offensichtlich, dass "die Tatsache der Schöpfung",
die sich überall im Universum offenbart, kein Produkt des Universums
selbst sein kann. Ein Käfer z.B. konnte sich nicht selbst erschaffen
haben. Das Sonnensystem konnte sich nicht selbst erschaffen oder
organisiert haben, noch haben sich die Pflanzen, die Menschen, die
Bakterien, die roten Blutkörperchen oder die Schmetterlinge selbst
erschaffen. Die Möglichkeit, dass all diese Dinge "durch Zufall"
entstanden sein könnten, ist nicht vorstellbar.
Wir müssen daher zu folgendem Schluss kommen: Alles, was wir sehen,
wurde erschaffen, doch nichts, was wir sehen, kann selbst 'Schöpfer'
sein. Der Schöpfer ist anders geartet als das, was wir mit unseren
Augen sehen und ihm überlegen, eine übergeordnete Kraft, die unsichtbar
ist, deren Existenz und Eigenschaften sich jedoch in allem Vorhandenen
offenbart.
Dies ist der Punkt, mit dem diejenigen, die die Existenz Allahs
leugnen, nicht einverstanden sind. Diese Leute haben es sich zum
Grundsatz gemacht, nicht an die Existenz Allahs zu glauben, solange
sie Ihn nicht mit ihren Augen wahrnehmen können. Diejenigen, die
die "Realität der Schöpfung" verneinen, sind gezwungen, die
"Tatsache der Schöpfung", wie sie sich im ganzen Kosmos manifestiert,
zu ignorieren und falsche Beweise zu erstellen, dass das Universum
und die es bewohnenden Lebewesen nicht erschaffen worden sind. Die
Evolutionstheorie ist das wesentlichste Beispiel ihrer fruchtlosen
Anstrengungen in dieser Richtung.
Dieser grundsätzliche Fehler derer, die Gott leugnen, wird von
vielen Menschen nachvollzogen, die eigentlich die Existenz Allahs
nicht ablehnen, doch eine falsche Vorstellung von Ihm haben. Diese
Menschen leugnen die Schöpfung nicht, doch sie haben eine abergläubische
Vorstellung davon, "wo" Allah ist: Die meisten nehmen an, Gott sei
irgendwo "oben im Himmel". In ihrer unausgesprochenen Vorstellung
placieren sie Allah irgendwo entfernt im Weltall, von wo aus Er
ab und zu in "weltliche Angelegenheiten" eingreift. Oder, dass Er
überhaupt nicht eingreift; dass Er das Universum erschaffen und
es dann sich selbst überlassen habe, und die Menschen somit ihre
Schicksale selber bestimmen müssten.
Andere wiederum haben zwar gehört, dass im Quran geschrieben steht,
Allah sei "überall", doch sie können nicht begreifen, was das genau
bedeuten soll. Sie hegen die unausgesprochene Vorstellung, dass
Allah alles wie Radiowellen oder wie ein unsichtbares, nicht fühlbares
Gas umgibt.
Diese und andere Konzepte jedoch vermögen es nicht, zu erklären,
"wo" Allah sich befindet (und veranlassen ihre Exponenten
vielleicht deshalb, Ihn zu leugnen), beruhen alle auf einem gemeinsamen
Fehler: Sie gründen sich auf ein Vorurteil, das jeglicher Basis
entbehrt und verfallen dann in falsche Mutmaßungen über Allah.
Worum handelt es sich bei diesem Vorurteil?..
Es ist das Vorurteil bezüglich des Wesens und der Eigenschaften
der Materie. Wir sind derart auf Vorstellungen über die Existenz
der Materie konditioniert, dass wir sie niemals in Frage stellen
würden oder erwägen würden, ob sie in Wirklichkeit nur eine Illusion
ist.
Die moderne Wissenschaft hat dieses Vorurteil entlarvt und eine
sehr wichtige und überwältigende Tatsache enthüllt. Auf den folgenden
Seiten werden wir versuchen, diese große Wirklichkeit zu erklären,
auf die der Quran hindeutet.
Die Welt der elektrischen Signale
Alle Informationen, die wir über die Welt in der wir leben besitzen,
werden uns über unsere fünf Sinne übermittelt. Das heißt, die Welt,
die wir kennen besteht aus dem, was unsere Augen sehen, unsere Hände
fühlen, unsere Nasen riechen, unsere Zungen schmecken und unsere
Ohren hören. Da wir uns von unserer Geburt an nur auf diese fünf
Sinne verlassen haben, kam es uns nie in den Sinn, dass die "Außenwelt"
anders sein könnte, als das, was unsere Sinne uns präsentieren.
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Die Reize, die von einem Objekt kommen, verursachen einen
Effekt im Gehirn, indem sie in elektrische Signale umgewandelt
werden. Wenn wir sagen, dass wir sehen, betrachten wir eigentlich
die Effekte der elektrischen Signale in unserem Gehirn.
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Moderne Forschung in vielen Wissenschaftsbereichen jedoch weist
in Richtung auf ein neues und ganz anderes Verständnis, das ernsthafte
Zweifel über unsere Sinne und die Welt, die wir damit wahrnehmen
aufkommen lässt.
Der Ausgangspunkt dieses neuen Verständnisses ist, dass das Konzept
einer "äußerlichen Welt", das in unserem Gehirn geformt ist, nur
die Aufzeichnung von elektrischen Signalen in unserem Gehirn ist.
Die Röte des Apfels, die Härte des Holzes, und darüber hinaus Mutter,
Vater, die Familie, alles was wir besitzen, das Haus, der Beruf
und die Zeilen dieses Buchs bestehen lediglich aus elektrischen
Signalen.
Frederick Vester erklärt diesen Punkt, zu dem die wissenschaftlichen
Erkenntnisse führten folgendermaßen:
Die Äußerungen einiger Wissenschaftler, die
vorschlagen, dass "der Mensch eine Bildgestalt sei, dass alles,
was erlebt wird, vorübergehend und illusorisch sei und dass dieses
Universum ein Schatten sei", erscheinen heutzutage durch die Wissenschaft
bestätigt worden zu sein.197
Der berühmte Philosoph George Berkeley bemerkt Folgendes zu diesem
Thema:
Wir glauben an die Existenz von Dingen nur,
weil wir sie sehen und berühren und weil sie uns durch unsere
Wahrnehmungen wiedergegeben werden. Jedoch sind unsere Wahrnehmungen
nur Ideen in unserem Gehirn. Daher sind Objekte, die wir durch
Wahrnehmungen erfassen, nichts anderes als Ideen und diese Ideen
befinden sich nirgends anders als in unserem Gehirn... Da sie
alle nur dort existieren, bedeutet das, dass wir einer Täuschung
zum Opfer fallen, wenn wir uns vorstellen, dass das Universum
und alle andere Objekte eine Existenz außerhalb des Gehirns besitzen.
Daher hat keines der uns umgebenden Dinge eine Existenz außerhalb
unserem Gedächtnis.198
Um dieses Thema klarer zu machen, wollen wir uns den Sinn des Sehens
näher betrachten, der uns mit der reichsten Information über die
Umwelt versorgt.
Wie sehen, hören und schmecken wir?
Der Vorgang des Sehens vollzieht sich auf sehr fortschrittliche
Weise. Lichtbündel (Photonen), die von einem Objekt auf das Auge
fallen, treten durch die Linse an der Vorderseite des Auges ein,
wobei sie gebrochen werden und dann seitenverkehrt auf die Netzhaut
an der Hinterseite des Auges projiziert werden. Hier wird das einfallende
Licht in elektrische Impulse umgewandelt und durch die Neuronen
zu einem winzigen Punkt im hinteren
Teil des Gehirns, dem "Sehzentrum", weitergeleitet. Diese elektrischen
Impulse werden nach einigen Prozessen in diesem Gehirnzentrum als
räumliches Bild wahrgenommen. Der Sehvorgang findet tatsächlich
in diesem kleinen Ort im hinteren Teil des Gehirns statt, der
vollständig vom Licht isoliert und vollkommen dunkel ist.
Wir wollen nun diesen scheinbar gewöhnlichen und ganz normalen
Prozess nochmals näher betrachten. Wenn wir sagen "wir sehen", sehen
wir tatsächlich den Effekt, den die optischen Reize, die unser Auge
erreichen, nachdem sie in elektrische Impulse umgewandelt wurden,
in unserem Gehirn verursachen. Das heißt, wenn wir sagen "wir
sehen", nehmen wir eigentlich elektrische Impulse in unserem Gehirn
wahr.
Jedes Bild, das wir im Lauf unseres Lebens sehen, wird in unserem
Sehzentrum gebildet, das nur eine Größe von einigen Kubikzentimetern
unseres Gehirnvolumens ausmacht. Sowohl die Zeilen dieses Buches,
als die grenzenlose Weite die sich am Horizont eröffnet, spielen
sich in diesem winzigen Raum ab. Ein weiterer Punkt, den wir, wie
oben bereits erwähnt, im Auge behalten sollten, ist die Tatsache,
dass das Gehirn total vom Licht isoliert und in seinem Inneren völlig
dunkel ist. Das Licht hat keinen direkten Zugang zum Gehirn selbst.
Dieser interessante Umstand lässt sich an Hand eines Beispiels
erklären: Nehmen wir an, wir haben eine brennende Kerze vor uns,
die wir eingehend betrachten. Während dieser Zeit hat unser Gehirn
keinen direkten Kontakt mit dem ursprünglichen Licht der Kerze.
Während wir das Licht der Kerze sehen, ist das Innere unseres Gehirns
vollständig dunkel. Innerhalb unseres dunklen Gehirns betrachten
wir eine farbige, leuchtende Welt.
R. L. Gregory erklärt die wundervollen Aspekte des Sehvorgangs,
den wir als etwas ganz Gewöhnliches empfinden, folgendermaßen:
Wir haben uns dermaßen an das Sehen gewöhnt,
dass es eines großen Phantasiesprungs bedarf, um zu erkennen,
dass es dabei einige Probleme gibt, die gelöst werden müssen.
Man bedenke, dass wir kleine, verzerrte und auf dem Kopf stehende
Bilder durch die Augen erhalten, und was wir sehen sind solide
Objekte in einer räumlichen Umgebung. Von den Reproduktionsmustern
auf der Netzhaut nehmen wir die Welt der Objekte wahr, und das
ist eigentlich ein Wunder!199
Die gleiche Situation liegt auch bei allen anderen Wahrnehmungsarten
vor. Geräusche, Fühlen, Geschmack und Geruch erreichen das Gehirn
als elektrische Impulse und werden in den betreffenden Zentren im
Gehirn wahrgenommen.
Der Hörvorgang findet in gleicher Weise statt: Das äußere Ohr fängt
die vorhandenen Töne durch die Ohrmuschel auf und leitet sie zum
Mittelohr weiter. Das Mittelohr übermittelt die Tonschwingungen
indem sie sie verstärkt. Das Innenohr übersetzt diese Schwingungen
in elektrische Impulse und leitet sie zum Gehirn. Analog wie beim
Sehen vollzieht sich der Hörvorgang im Hörzentrum des Gehirns. Das
Gehirn ist gegen Ton genauso wie gegen Licht isoliert. Daher herrscht
innerhalb des Gehirns absolute Stille, unabhängig davon wie laut
es außen auch sein mag.
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Die Lichtstrahlen, die von einem Objekt
ausgehen,2en "kopfstehend" auf die Retina. 
Das Bild, das hier in elektrische
Signale umgewandelt wird, wird zum Sehzentrum an der Hinterseite
des Gehirns übermittelt. Was wir mit dem Begriff "Sehzentrum"
bezeichnen, ist ein winziger Ort. Da das Gehirn vom Licht
isoliert ist, ist es überhaupt nicht möglich, dass das Licht
das Sehzentrum erreicht. Das heißt, wir nehmen eine leuchtende
und dimensionale Welt an einem winzigen Punkt wahr, der vom
Licht isoliert ist.
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Nichtsdestoweniger vernimmt man die feinsten Geräusche im Gehirn.
Dies geschieht mit einer derartigen Präzision, dass das Ohr eines
gesunden Menschen alles ohne irgendwelche atmosphärischen Nebengeräusche
oder Störungen hört. Im Gehirn, das gegen jegliche Laute isoliert
ist hört man die Symphonien eines Orchesters und den Lärm eines
belebten Ortes und kann alle Geräusche innerhalb eines weiten Frequenzbereiches
wahrnehmen, vom Rascheln von Blättern bis zum Lärm eines Düsenflugzeuges.
Wenn die Lautstärke innerhalb des Gehirns jedoch während dessen
mit einem hochempfindlichen Gerät gemessen würde, würde sich zeigen,
dass dort vollständige Stille vorherrscht.
Unsere Wahrnehmung von Gerüchen vollzieht sich in ähnlicher Weise:
Sich leicht verflüchtigende Moleküle von Aromaträgern, wie die von
Vanille oder einer Rose treffen auf die Rezeptorzellen der Fibrillen
im Epithelium der Nase und reagieren mit diesen. Diese Reaktion
wird zu unserem Gehirn als elektrische Impulse übermittelt und als
Geruch wahrgenommen. Alle Gerüche, ob wir sie als angenehm oder
schlecht empfinden, sind nichts anderes als die Wahrnehmung dieser
Reaktionen der Aromamoleküle in Form von elektrischen Impulsen im
Gehirn. Wir nehmen den Duft eines Parfüms, einer Blume, einer Delikatesse,
den Geruch des Meeres - kurz gesagt - alle Gerüche, die wir angenehm
empfinden oder auch nicht, im Gehirn wahr. Doch die Aromamoleküle
selbst erreichen niemals das Gehirn. Wie beim Sehen und Hören sind
es lediglich elektrische Impulse, die das Gehirn erreichen. In anderen
Worten sind all die Gerüche, von denen wir seit unserer Geburt angenommen
haben, dass diese zu bestimmten Objekten in der Umwelt gehören,
nur die elektrischen Impulse, die wir durch unsere Sinnesorgane
wahrnehmen.
In ähnlicher Weise gibt es vier unterschiedliche Arten von chemischen
Rezeptoren im Vorderteil der menschlichen Zunge. Diese reagieren
auf die vier Geschmacksnuancen: salzig, süß, sauer und bitter. Unsere
Geschmacksnerven wandeln diese Wahrnehmungen nach einer Reihe von
chemischen Prozessen in elektrische Impulse um und übermitteln sie
dem Gehirn, wo sie als Geschmack wahrgenommen werden. Der Geschmack,
den wir beim Essen einer Schokolade oder einer köstlichen Frucht
genießen, ist lediglich die Übersetzung von elektrischen Impulsen
durch das Gehirn. Wir können den Gegenstand in der äußeren Welt
nie erreichen; wir können die Schokolade selbst nie sehen, riechen
oder schmecken. Wenn z.B. die Geschmacksnerven, die zum Gehirn führen,
durchschnitten würden, wäre es nicht möglich, dass der Geschmack
von irgend etwas, das wir dann äßen, unser Gehirn erreichte; wir
wären vollständig unseres Geschmackssinns beraubt.
An diesem Punkt stoßen wir auf eine andere Tatsache: Wir können
nie sicher sein, dass der Geschmack, den wir an einem Gericht empfinden
und der Geschmack, den eine andere Person an dem selben Gericht
empfindet; oder unsere Wahrnehmung einer Stimme, die wir hören und
die, die eine andere Person hat, wenn sie die gleiche Stimme hört,
die gleichen sind. Über diese Tatsache bemerkt Lincoln Barnett:
Niemand kann wissen, ob eine andere Person
die Farbe "Rot" oder die Note "C" in der gleichen Weise wahrnimmt,
wie er selbst.200
Mit unserem Tastsinn verhält es sich nicht anders. Wenn wir etwas
berühren, wird alle Information, die uns hilft, die äußere Umgebung
und Gegenstände zu erkennen, durch die Sinnesnerven in der Haut
zum Gehirn übermittelt. Das Gefühl der Berührung entsteht in unserem
Gehirn. Im Gegensatz zu der weitverbreiteten Annahme, ist der Ort,
an dem wir das Gefühl der Berührung wahrnehmen, nicht unsere Fingerspitzen
oder unsere Haut, sondern das Zentrum des Tastsinnes im Gehirn.
Die Nervenzellen registrieren die Berührung und leiten sie als elektrische
Impulse an das Gehirn weiter, wo wir als Folge der Auswertung die
berührten Gegenstände als hart, weich, warm und kalt empfinden.
Wir erhalten durch diese Impulse alle Einzelheiten, die uns helfen,
einen Gegenstand zu erkennen. Bezüglich dieser Tatsachen haben die
Philosophen B. Russel und L. J. J. Wittgenstein folgende Gedanken
geäußert:
Ob z.B. eine Zitrone tatsächlich existiert
oder nicht und wie sie entstanden ist, kann nicht in Frage gestellt
und untersucht werden. Die Zitrone besteht nur aus einem Geschmack,
der durch die Zunge empfunden wird; einem Geruch, der durch die
Nase verspürt wird; einer Farbe und Form, die mit dem Auge wahrgenommen
werden; und es sind lediglich diese Eigenschaften, die einer Untersuchung
und Beurteilung unterzogen werden können. Die Wissenschaft kann
die physische Welt niemals kennen.201
Es ist uns unmöglich, die materielle Welt zu erreichen. Alles um
uns herum ist eine Anhäufung von Sinneswahrnehmungen, wie Sehen,
Hören und Fühlen. Indem unser Gehirn, die Daten im Sehzentrum und
den anderen Wahrnehmungszentren interpretiert, sind wir unser ganzes
Leben lang niemals mit dem Original der Materie, die außerhalb
von uns existiert konfrontiert, sondern vielmehr mit dem Abbild
derselben innerhalb unseres Gehirns, und wir irren uns darin,
dass wir diese Kopien für die tatsächliche Materie um uns herum
halten.
Die "Äußere Welt" innerhalb unseres Gehirns
Aufgrund der soweit erläuterten physischen Tatsachen, können wir
folgern, dass alles, was wir als "Materie" sehen, berühren, hören
und was wir als "die Welt" oder "das Universum" wahrnehmen, nichts
anderes als elektrische Impulse sind, die in unserem Gehirn vor
sich gehen.
Jemand, der eine Frucht isst, hat es eigentlich nicht direkt mit
der Frucht selbst zu tun, sondern mit der Vorstellung derselben
im Gehirn. Das von ihm als "die Frucht" wahrgenommene Objekt, besteht
tatsächlich nur aus einem von elektrischen Impulsen geschaffenen
Eindruck im Gehirn, bezüglich der Form, des Geschmacks, Geruchs
und der Oberflächen-beschaffenheit der Frucht. Wenn der zum Gehirn
führende Sehnerv plötzlich abgeschnitten würde, würde das Bild der
Frucht sofort verschwinden. Oder eine Unterbrechung des Nervs, der
von den Sensoren in der Nase zum Gehirn führt, ließe den Geruch
vollständig verschwinden. In schlichten Worten, die Frucht ist nichts
anderes als die Übersetzung von elektrischen Impulsen durch das
Gehirn.
Ein anderer, beachtenswerter Punkt ist das Entfernungsgefühl.
Entfernung, wie z.B. der Abstand zwischen Ihnen und diesem Buch,
ist nur ein Gefühl der Leere, welches im Gehirn erzeugt wird. Gegenstände,
die in der Sicht eines Menschen entfernt zu sein scheinen, sind
ebenfalls in seinem Gehirn vorhanden. Jemand, der z.B. die Sterne
am Himmel betrachtet, nimmt an, dass diese Millionen von Lichtjahren
von ihm entfernt sind, doch was er "sieht", sind die Sterne in seinem
Inneren, d.h., im Sehzentrum seines Gehirns. Während Sie diese Zeilen
lesen, befinden sie sich tatsächlich nicht innerhalb des Raums,
in dem Sie sich wähnen, sondern im Gegenteil, der Raum ist in Ihnen.
Die Ansicht unseres Körpers verursacht uns zu denken, dass wir in
ihm sind, doch wir sollten bedenken, dass auch unser Körper ein
Bild ist, das innerhalb unseres Gehirns gebildet wird.
Das Gleiche trifft für all unsere anderen Sinneswahrnehmungen zu:
Wenn wir zum Beispiel glauben, den Ton des Fernsehgerätes im Nebenraum
zu hören, erleben wir ihn tatsächlich in unserm Gehirn. Das Hörerlebnis
ist kein Beweis, dass es einen Raum nebenan gibt, noch dass von
einem Fernsehapparat in diesem Raum ein Geräusch kommt. Die Stimme,
die aus einer Entfernung von einigen Metern kommt, oder die Stimme
eines Menschen, der direkt neben uns steht, werden im Hörzentrum
unseres Gehirns, in einem Raum von einigen Kubikzentimetern wahrgenommen.
Außerhalb dieses Wahrnehmungszen-trums gibt es kein Konzept von
"rechts, links, vorne, hinten". Das heißt, der Ton erreicht uns
nicht von rechts, links oder aus der Luft: es gibt keine Richtung,
aus der er kommt.
Bei den Gerüchen, die wir riechen, verhält es sich ebenso. Keiner
davon erreicht uns aus einer weiten Entfernung. Wir nehmen an, dass
die in unserem Geruchszentrum gebildeten Wahrnehmungen, die Gerüche
der Gegenstände in der Umgebung sind. Jedoch geradeso, wie das Bild
einer Rose sich im Sehzentrum entfaltet, so entsteht auch der Duft
dieser Rose innerhalb des Geruchszentrums. In der Außenwelt gibt
es weder eine Rose noch ihren Duft...
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Alle Bilder, die wir unser
ganzes Leben lang sehen, werden im Sehzentrum an der Hinterseite
des Gehirns gebildet und dieses Sehzentrum hat eine Größe
von nur einigen Zentimetern. Ein Bild von einem kleinen Zimmer,
oder einer breiten Landschaft passt in diesen ganz kleinen
Raum hinein. Was wir also sehen, ist nicht die tatsächliche
Größe, die draußen herrscht, sondern die Größe, die von unserem
Gehirn wahrgenommen wird.
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Die "Äußere Welt", die unsere Sinne uns darstellen, ist nichts
anderes als die Ganzheit der elektrischen Impulse, die gleichzeitig
unser Gehirn erreichen. Unser Gehirn interpretiert zeitlebens diese
Impulse, und ohne dies zu erkennen leben wir in der Illusion, dass
diese Interpretationen die tatsächlichen Originale der Materie sind,
wie sie in der " Außenwelt" vorhanden seien. Wir sind irregeführt,
insofern wir die Materie selbst nie durch unsere Sinne erreichen
können.
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Die Ergebnisse der modernen Physik
zeigen, dass das Universum eine Ansammlung von Wahrnehmungen
ist. Die folgende Frage erschien auf der Titelseite des bekannten
amerikanischen Wissenschaftsmagazins New Scientist, das sich
in seiner Ausgabe vom 30. Januar 1999 mit dieser Thematik
beschäftigte: "Jenseits der Wirklichkeit: Ist das Universum
in Wirklichkeit nur ein Streich unserer Nerven und Materie
nur ein Schein?"
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Überdies ist es wiederum unser Gehirn, das die Impulse, die wir
als die "Außenwelt" ansehen, interpretiert und ihnen Bedeutung zuteilt.
Wenn wir z.B. unseren Hörsinn betrachten, ist es unser Gehirn, welches
die Schallwellen in der "Außenwelt" in eine Symphonie umwandelt.
Das heißt, die Musik ist eine Wahrnehmung, die unser Gehirn bildet.
In gleicher Weise, wenn wir Farben sehen, treffen auf unser Auge
nur Lichtimpulse unterschiedlicher Wellenlän-gen. Was diese Impulse
in Farben umwandelt, ist wiederum unser Gehirn. In der "Außenwelt"
gibt es keine Farben. Weder ist der Apfel rot, noch der Himmel
blau, noch sind die Bäume grün. Sie besitzen diese Farben nur deshalb,
weil wir sie so wahrnehmen. "Die Gestalt der Außenwelt" hängt
vollständig vom Betrachter ab.
Selbst ein kleiner Fehler in der Retina des Auges verursacht Farbenblindheit.
Einige Menschen nehmen die Farbe Blau als Grün, einige Rot als Blau
wahr und einige nehmen alle Farben als unterschiedliche Grautöne
wahr. Es ist dann nicht mehr bedeutend, ob die Objekte der Umwelt
farbig sind oder nicht.
Der berühmte Denker Berkeley bemerkt zu dieser Tatsache Folgendes:
Anfangs wurde angenommen, dass Farben,
Gerüche usw. "tatsächlich existierten", doch später wurden
solche Auffassungen abgelehnt, und es erwies sich, dass diese
nur in Bezug auf unsere Wahrnehmung existieren.202
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Grund, warum wir Dinge
farbig sehen nicht etwa ist, dass sie farbig wären, oder außerhalb
von uns eine unabhängige materielle Existenz hätten; es verhält
sich vielmehr so, dass alle Eigenschaften, die wir diesen Objekten
zuschreiben in uns selbst, und nicht in der äußeren Welt vorhanden
sind.
Was bleibt aber dann von der "Außenwelt" übrig?...
Ist die Existenz der "Außenwelt" unerlässlich?
Bis jetzt war wiederholt von einer "äußeren Welt" und einer Welt
der Wahrnehmungen, die wir sehen und die in unserem Gehirn entsteht,
die Rede. Da wir jedoch "die äußere Welt" niemals tatsächlich erreichen
können, wie können wir mit Sicherheit wissen, dass solch eine Welt
wirklich existiert?
Tatsächlich können wir es nicht. Da jedes Objekt nur eine Summe
von Wahrnehmungen ist, und diese Wahrnehmungen nur geistiger Natur
sind, ist es zutreffender zu sagen, dass die einzige Welt, die existiert,
die der Wahrnehmungen ist. Die einzige Welt, die wir erkennen, ist
die Welt, die in unserem Gedächtnis vorhanden ist, die Welt, die
dort entworfen, aufgezeichnet und belebt wird, kurz gesagt, die
in unserem Gedächtnis erschaffen wurde. Dies ist die einzige Welt,
deren wir sicher sein können.
Wir können nie beweisen, dass die Wahrnehmungen, die wir uns in
unserem Gehirn verzeichnen, materielle Gegenstücke haben. Diese
Wahrnehmungen mögen sehr wohl von einer "künstlichen" Quelle stammen.
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Es ist möglich, durch
künstliche Stimmulierung eine physische Welt in unserem Gehirn
zu erzeugen, die ebenso wahr und real ist wie die wirkliche
Welt, ohne dass es dazu einer physischen Welt bedarf. Durch
künstliche Stimmulierung kann jemand in den Zustand versetzt
werden, dass er sich vorstellt, ein Flugzeug zu steuern, während
er in Wirklichkeit zu Hause ist. |
Es ist möglich das zu demonstrieren: Künstliche Stimulationen vermögen
eine total fiktive "materielle Welt" im Gehirn zu erzeugen. Man
stelle sich z.B. ein hochentwickeltes Aufzeichnungsgerät vor, mit
dem jegliche Arten von elektrischen Impulsen aufgenommen werden
können. Man übertrage nun zuerst alle, auf eine bestimmte Situation
zutreffenden Daten (einschließlich des Körperbilds) auf dieses Instrument
in Form von elektrischen Impulsen. Weiter stelle man sich vor, dass
das Gehirn vom Körper getrennt am Leben erhalten werden könne. Schließlich
verbinde man das Aufzeichnungsgerät mit dem Gehirn über Elektroden
die als Nerven fungieren und übermittle die vorher aufgezeichneten
Daten. In diesem Zustand wird das dem Gehirn zugehörige Bewusstsein
erleben, dass es sich in jener künstlich erschaffenen Situation
befindet. Man könnte z.B. annehmen, mit hoher Geschwindigkeit auf
einer Autobahn zu fahren. Man könnte in dieser Situation niemals
verstehen, dass man aus nichts weiter als dem Gehirn besteht, und
zwar deshalb weil zur Entstehung einer Welt im Gehirn nicht die
Existenz einer wirklichen Welt erforderlich ist, sondern nur das
Vorhandensein von Stimulationen. Es ist durchaus denkbar, dass diese
Stimulationen von einer künstlichen Quelle, wie etwa einem Aufzeichnungsgerät
kommen könnten.
Der bekannte Wissenschaftsphilosoph Bertrand Russel schrieb in
diesem Zusammenhang Folgendes:
...Was den Tastsinn angeht, so tritt, wenn
wir mit unseren Fingern auf einen Tisch pressen, dabei ein störender
elektrischer Einfluss auf die Elektronen und Protonen der Fingerspitzen
ein, der, gemäß der modernen Physik, aufgrund der Nähe der Elektronen
und Protonen der Tischoberfläche hervorgerufen wird. Wenn die
gleiche Störung in unseren Fingerspitzen auf andere Weise verursacht
würde, müssten wir dasselbe Gefühl haben, obwohl da kein Tisch
wäre.203
Es ist in der Tat sehr einfach, dass wir dem Trugschluss verfallen,
Wahrnehmungen, die keine materiellen Gegenstücke haben, als Realität
anzusehen. Diese Erfahrung machen wir häufig in unseren Träumen.
Im Traum erleben wir Ereignisse, sehen wir Menschen, Objekte und
Situationen, die vollständig real erscheinen, doch sie sind nichts
weiter als Wahrnehmungen. Zwischen der Erfahrung der Traumwelt und
der "wirklichen Welt" gibt es keinen grundlegenden Unterschied;
Beide werden im Gehirn erlebt.
Wer nimmt wahr?
Wie bis hierher erläutert, kann kein Zweifel daran bestehen, dass
die Welt, in der wir glauben zu leben, und die wir als die "äußere
Welt" bezeichnen, nur in unserem Gehirn gebildet wird. Hier jedoch
erhebt sich eine Frage von äußerster Wichtigkeit: Wenn alle materiellen
Phänomene, die wir kennen grundsätzlich nur Wahrnehmung sind, wie
steht es dann mit unserem Gehirn? Da unser Gehirn wie unsere Arme,
Beine, oder irgend ein anderes Objekt ein Teil der materiellen Welt
ist, muss es, wie all die anderen Dinge, auch eine Wahrnehmung sein.
Ein Beispiel aus dem Bereich des Traums mag diesen Punkt weiter
erhellen. Stellen wir uns vor, dass wir entsprechend der bisherigen
Ausführungen in unserem Gehirn einen Traum sehen. Im Traum haben
wir einen imaginären Körper. Unsere Arme, Augen, Beine und auch
unser Gehirn, alles existiert nur in unserer Vorstellung. Wenn wir
während unseres Traums gefragt würden "wo siehst du?", würden wir
antworten, "ich sehe in meinem Gehirn". Aber tatsächlich ist kein
Gehirn vorhanden, sondern nur ein imaginärer Körper und imaginärer
Kopf mit eben solchem Gehirn. Der Seher, der die Bilder im Traum
sieht, ist nicht das imaginäre Gehirn im Traum, sondern ein Wesen,
das "eine weit höhere" Daseinsform als dieses Gehirn ist.
Wir wissen, dass kein physischer Unterschied zwischen dem Erlebnis
der Traumsituation und der, die wir als "wirkliches Leben" bezeichnen,
besteht. Wenn wir daher in der "Wirklichkeitssituation" gefragt
würden, "wo siehst du?", wäre es geradeso sinnlos wir wie im obigen
Beispiel zu antworten, "in meinem Gehirn". In beiden Fällen ist
das sehende und wahrnehmende Wesen nicht das Gehirn, denn das ist
ja letztlich nur ein Stück Fleisch.
Wenn wir das Gehirn analysieren, erhalten wir nichts anderes als
die Moleküle der Proteine und Lipide, die auch in anderen lebenden
Organismen vorhanden sind. Das heißt, in diesem Stück Fleisch, welches
wir als das Gehirn bezeichnen, gibt es nichts, das sich die Bilder
ansehen könnte und das ein Bewusstsein ausmachen würde oder ein
Wesen darstellen könnte das als wir unser "Selbst" betrachten können.
R. L. Gregory bezieht sich auf diesen generellen Irrtum in Bezug
auf die Wahrnehmung von Bildern im Gehirn folgendermaßen:
Man sollte nicht der Versuchung anheim fallen
zu behaupten, dass die Augen im Gehirn Bilder hervorrufen. Ein
"Bild im Gehirn" würde eine Art inneres Auge erforderlich machen
um dieses zu sehen - doch um das Bild dieses Auges sehen zu können,
würde man ein weiteres Auge benötigen... usw. In einer endlosen
Folge von Augen und Bildern, was absurd ist.204
Dies ist der entscheidende Punkt, der die Materialisten, die nichts
anderem als der Materie einen Realitätsanspruch zugestehen, in ein
Dilemma stürzt. Wer ist es, dem das sehende "innere Auge", zugehört
und der wahrnimmt was es sieht und darauf reagiert?
Karl Pribram behandelt diese wichtige Frage der Wissenschaft und
Philosophie, wer die wahrnehmende Wesenheit ist:
Seit der griechischen Antike grübelten die
Philosophen über "den Geist in der Maschine", "den kleinen Menschen
im Menschen" usw. Wo ist das "Ich" - das Wesen, das das Gehirn
benutzt? Wer ist es, der den Akt des Wissens vollzieht? Wie der
Heilige Franziskus von Assisi sagte: "Was wir suchen ist das Sehende."205
Man bedenke nur einmal folgendes: Das Buch in unserer Hand, das
Zimmer, in dem wir sitzen, kurz gesagt alle Bilder vor uns werden
innerhalb unseres Gehirns gesehen. Sind es die Atome, die diese
Bilder sehen - blinde, taube und unbewusste Atome? Warum haben einige
Atome diese Eigenschaften erworben und die anderen nicht? Bestehen
alle unsere Akte, des Denkens, Begreifens und der Erinnerung, die
Gefühle der Freude, des Ärgers und alle anderen Gemütszustände aus
elektrochemischen Reaktionen zwischen den Atomen?
Wenn wir über diese Fragen sorgfältig nachdenken, erkennen wir,
dass es sinnlos ist, in den Atomen nach einem Willen zu suchen.
Es ist offensichtlich, dass die Wesenheit, die sieht, hört und fühlt,
eine über-materielle Existenz hat. Diese Wesenheit ist "lebendig"
und ist weder Materie, noch ein Bild, doch benützt sie das Bildes
unseres Körpers, um sich auf die Wahrnehmungen, die sie macht, zu
beziehen.
Diese Wesenheit ist die "Seele"
Die Gesamtheit der Wahrnehmungen, die wir als "die materielle Welt"
bezeichnen, ist nur eine Phantasievorstellung, die diese Seele erlebt.
Ebenso wie der Körper, den wir in unserem Traum besitzen und die
materielle Welt, die wir in unserem Traum sehen, keine Wirklichkeit
haben, haben auch das Universum, in dem wir leben und der Körper,
den wir besitzen, keine materielle Wirklichkeit.
|  
Das Gehirn ist ein Zellenhaufen, das
aus Eiweiß- und Fettmolekülen entsteht. Neuron genannte Nervenzellen
bilden das Gehirn. In diesem Fleischhaufen existiert keine
Kraft welche Wahrnehmungen sieht, einen Verstand erzeugt,
kurz gesagt, das "Ich" genannte Dasein bildet.
|
Das wirkliche Wesen ist die Seele. Die Materie besteht nur aus
den Wahrnehmungen, die die Seele macht. Intelligente Wesen, die
schreiben und diese Zeilen lesen, sind nicht eine Anhäufung von
Atomen und Molekülen und die chemischen Reaktionen zwischen ihnen,
sondern "Seele".
Die wirkliche und absolute Existenz
All diese Tatsachen stoßen uns auf eine sehr wichtige Frage: Wenn
das Phänomen, das wir als die materielle Welt bestätigen nur aus
den Wahrnehmungen besteht, die unsere Seele sieht, was ist dann
der Ursprung dieser Wahrnehmungen?
In der Beantwortung dieser Frage müssen wir die folgende Tatsache
in Betracht ziehen: Materie hat keine unabhängige, selbständige
Existenz. Da die Materie eine Wahrnehmung ist, ist sie etwas "künstlich"
Hervorgerufenes. Das heißt, diese Wahrnehmung muss von einer anderen
Kraft hervorgerufen worden sein, d.h., dass sie in der Tat erschaffen
worden sein muss. Und überdies müsste dieser Schöpfungsprozess ein
fortdauernder sein. Wenn es keine andauernde und zusammenhängende
Schöpfung gäbe, würde das, was wir als Materie betrachten verschwinden
und verloren gehen. Dies ist vergleichbar einer Fernsehsendung bei
der die Bilder solange auf dem Schirm erscheinen, solange die Sendewellen
ausgestrahlt werden. Wer ist es also, der unserer Seele die Sterne,
die Welt, die Pflanzen, die Menschen, unseren Körper und alles andere,
was wir sehen, ununterbrochen "vorführt"?
Es ist offensichtlich, dass es einen erhabenen Schöpfer gibt, der
das ganze materielle Universum erschaffen hat, d.h. die Gesamtheit
der Wahrnehmungen, und der fortfährt, Seine Schöpfung unablässig
zu erschaffen. Ein Schöpfer, der eine derart überwältigende Schöpfung
im Gange hält, verfügt zweifelsohne über unbegrenzte Macht und Gewalt.
Dieser Schöpfer stellt sich uns vor. Innerhalb des Universums der
Wahrnehmungen, das Er erschaffen hat, hat Er ein Buch hervorgebracht,
und durch dieses Buch stellt Er selbst sich uns vor und erklärt
uns das Universum und den Grund unseres Daseins.
Dieser Schöpfer ist Allah, und der Name Seines Buchs ist der Quran.
Die Tatsache, dass die Himmel und die Erde, d.h. das gesamte Universum,
nicht beständig ist, dass sein Vorhandensein nur durch Allahs Schöpfungsakt
ermöglicht ist, und dass es zu einem Ende kommen wird, wenn Er in
Seiner Schöpfung innehält, all dies wird in einem Vers des Qurans
wie folgt erläutert:
Allah ist es, der die Himmel und die Erde aufrecht
erhält, damit sie nicht zerfallen. Und wenn sie in Verfall gerieten,
gäbe es niemanden, der sie nach Ihm erhalten könnte. Er ist sicherlich
nachsichtig und verzeihend. (Sure 35:41 - al-Fatir)
Wie bereits anfangs erwähnt, machen sich manche Menschen ein falsches
Bild von Allah, und stellen sich Ihn als ein Wesen vor, das irgendwo
in den Himmeln existiere, und das sich nicht wirklich in weltliche
Belange einmischt. Die Grundlage dieser Logik liegt in dem Konzept,
dass das Universum eine Zusammensetzung von Materie ist und dass
Allah irgendwo weit außerhalb dieser Materie vorhanden ist. In einigen
verfälschten Religionen ist der Glaube an Gott auf dieses Verständnis
beschränkt.
Wir haben also bis jetzt Materie als eine Komposition von Wahrnehmungen
betrachtet und das einzige Wesen, das reale absolute Existenz besitzt
ist Allah. Das heißt, dass nur Allah existiert - alles außer
Ihm sind Schattenwesen. Folglich ist es undenkbar, dass Allah
ein gesondertes Wesen "außerhalb" der Gesamtheit der Materie sei.
Allah ist mit Bestimmtheit "überall" und umfasst alle Dinge.
Der Quran erklärt diese Tatsache folgendermaßen:
Allah! Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Lebendigen,
dem Beständigen! Ihn überkommt weder Schlummer noch Schlaf. Sein
ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist. Wer ist es, der
bei Ihm Fürsprache einlegten könnte ohne Seine Erlaubnis? Er weiß,
was vor ihnen und was hinter ihnen liegt und sie haben keinen
Anteil an Seinem Wissen, außer dem was Er will. Sein Thron erstreckt
sich über die Himmel und die Erde und es ermüdet Ihn nicht, sie
zu unterhalten und Er ist der Hoch Erhabene, der Überwältigende".
(Sure 2:255 - al-Baqara)
Die Tatsache, dass Allah nicht an Raum gebunden ist und dass Er
alles umfasst, wird in einem anderen Vers so dargelegt:
Und Allah gehört der Osten und der Westen; wo immer
ihr euch auch hinwendet, dort ist Allahs Angesicht. Sicherlich,
Allah ist Allumfassend und Allwissend. (Sure 2:115 - al-Baqara)
Da jedes materielle Wesen nur eine Wahrnehmung
ist, kann keines Allah sehen, doch Allah sieht die Materie, die
Er erschaffen hat in all ihren Erscheinungsformen. diese Tatsache
wird im Quran folgendermaßen ausgedrückt: "Kein Blick erfasst
Ihn. Er aber erfasst alle Blicke. Und Er ist der Unfassbare, der
Allkundige." (Sure 6:103 - al-An'am)
Das heißt, dass wir Allah mit unseren Augen nicht wahrnehmen können;
wohingegen Allah unser Inneres, Äußeres, unsere Blicke und Gedanken
vollständig erfasst. Wir können kein einziges Wort äußern oder selbst
nur einen Atemzug tun, ohne dass Allah es weiß.
Während wir im Lauf unseres Lebens all die Sinneswahrnehmungen
aufnehmen, ist das uns naheste Wesen nicht irgend einer dieser Eindrücke,
sondern Allah selbst. Diese Realität ist in dem folgenden Vers des
Qurans verborgen: "Und Wir sind es, der den Menschen erschaffen
hat und wissen was ihm seine Natur einflüstert und Wir sind ihm
näher als seine Halsschlagader." (Sure 50:16 - Qaf). Wenn ein Mensch
glaubt, dass sein Körper rein materiell ist, kann er diese wichtige
Tatsache nicht begreifen. Wenn er sein Gehirn für "sich selbst"
hält, dann ist der Ort, den er für die Außenwelt hält 20-30 Zentimeter
von ihm entfernt. Wenn er aber begreift, dass Materie an sich nicht
existiert, und dass alles eine Traumvorstellung ist, verlieren Konzepte
wie "das Innere", "das Äußere", "nah" oder "fern" an Bedeutung.
Allah hat ihn umschlossen und durchdrungen und Er ist ihm im wahrsten
Sinn des Worts "unmittelbar" nahe.
Allah unterrichtet den Menschen von Seiner unmittelbaren
Nähe in dem Quranvers: "Und wenn dich Meine Diener über Mich befragen,
so bin Ich sicherlich nahe. Ich erhöre das Gebet des Bittenden,
wenn er Mich anruft. So sollen sie Meine Einladung annehmen und
an Mich glauben damit sie die rechte Führung finden mögen." (Sure
2:186 - al-Baqara). Ein anderer Vers macht die gleiche Aussage:
"Und als Wir dir mitteilten: "Sicherlich, dein Herr umfängt die
ganze Menschheit..." (Sure 17:60 - al-Isra')
Der Mensch irrt, wenn er glaubt, dass er sich selbst am nächsten
sei. In Wirklichkeit ist Allah uns näher als wir selbst. Durch den
folgenden Vers macht Er uns auf diesen Punkt aufmerksam: "Wie
aber, wenn die Seele (des Sterbenden) zur Kehle steigt. Und ihr
dabei zuschaut, während Wir ihm näher sind als ihr, ohne dass ihr
es wahrnehmt?" (Sure 56:83, 84, 85 - al-Waqi'a). Wie in dem
Vers erwähnt, sind sich die Menschen dieser ausserordentlichen Tatsache
nicht bewusst, weil sie nicht mit ihren Augen sehen was vor sich
geht.
Andererseits ist es nicht möglich, dass der Mensch, der nichts
anderes als ein Schattenwesen ist, eine Macht und einen Willen unabhängig
von Allah besäße. Der Vers "Und Allah hat euch und das was ihr
vollbringt erschaffen." (Sure 37:96 - as-Saffat) zeigt, dass
sich alles, was wir erleben unter Allahs Kontrolle vollzieht. Im
Quran wird diese Tatsache in dem folgenden Vers erwähnt, worin Nachdruck
darauf gelegt ist, dass sich keine Tat unabhängig von Allah verwirklicht:"...
Und nicht du warfst, als du warfst, sondern Allah warf..." (Sure
8:17 - al-Anfal). Da der Mensch ein Schattenwesen ist, kann er nicht
derjenige sein, der die Tat des Werfens selbst ausübt. Allah gibt
diesem Schattenwesen jedoch das Gefühl der Selbständigkeit. In Wirklichkeit
ist es Allah, der alle Taten vollführt. Wenn der Mensch also wähnt,
dass die Taten, die er ausübt, seine eigenen Taten sind, verfällt
er einem Selbstbetrug.
Das ist die Wirklichkeit. Ein Mensch mag dies nicht akzeptierten
und darauf beharren, sich selbst als ein von Allah unabhängiges
Wesen zu betrachten, doch das ändert nichts an den Gegebenheiten.
Natürlich ist solch eine törichte Verneinung ebenfalls nur durch
Allahs Zulassen möglich.
Alles, was wir besitzen, ist im Grunde genommen
eine Illusion
Wie sich deutlich zeigt, ist es eine wissenschaftliche und logische
Wahrheit, dass die "äußere Welt" keine materialistische Wirklichkeit
besitzt, und dass sie eine Ansammlung von Bildern ist, die Allah
unserer Seele ununterbrochen vorführt. Trotzdem schließt der Mensch
nicht alles, oder besser gesagt, will der Mensch nicht alles in
dem Konzept "äußere Welt" mit einschließen.
Wenn wir diese Angelegenheit in mutiger Aufrichtigkeit betrachten,
werden wir zu der Erkenntnis kommen, dass unser Haus, unsere darin
befindlichen Möbel, unser vielleicht kürzlich erworbenes Auto, unser
Büro, unsere Juwelen, unser Bankkonto, unsere Garderobe, unser Lebenspartner,
unsere Kinder, unsere Kollegen oder Geschäftspartner und überhaupt
alles, was wir besitzen und gebrauchen, dieser uns vorgeführten
äußeren Welt angehört. Alles was wir um uns herum sehen, hören,
riechen, kurz gesagt alles was wir mit unseren fünf Sinnen wahrnehmen,
ist ein Teil dieser "imaginären Welt"; die Stimme unseres Lieblingssängers,
die Härte des Stuhls, auf dem wir sitzen, ein Parfüm, dessen Duft
wir mögen, die Sonne, die uns erwärmt, die Blumen in ihrer Farbenpracht,
der Vogel, der an unserem Fenster vorüberfliegt, ein Sportboot,
das im Flug über das Wasser gleitet, unser Garten mit seinen Früchten,
der Computer am Arbeitsplatz oder unsere HiFi-Stereoanlage mit der
besten Technologie in der Welt ...
Das ist die Realität, denn die Welt ist nur eine Ansammlung von
Bildern, die erschaffen wurden, um den Menschen zu prüfen. Während
der begrenzten Zeit seines Lebens ist der Menschen anhand dieser
Wahrnehmungen, die keine Wirklichkeit in sich selbst haben einer
fortgesetzten Prüfung ausgesetzt, wobei diese Wahrnehmungen besonders
anziehend und reizvoll gestaltet werden. Das wird im Quran so erläutert:
Die Begierden nach Frauen und Kindern, aufgespeicherten
Schätzen von Gold und Silber, Rassepferden, Herden und Ackerland
wurden den Menschen attraktiv gemacht. Dies sind die Kostbarkeiten
des Lebens dieser Welt, doch die Heimkehr, die Allah bereit hält,
ist das Köstlichste. (Sure 3:14 - Ãl-Imran)
Die meisten Menschen wenden sich von ihrer Religion ab in der Gier
nach Reichtum und Besitz. "Aufgespeicherte Schätze von Gold und
Silber", Geld Juwelen, Bankkonten, Kreditkarten, Garderobe, die
neuesten Autos, kurz gesagt, jegliche Art von Vermögen, das sie
entweder besitzen oder begehren, nehmen sie dermaßen in Anspruch,
dass sie darüber das Jenseits total vergessen. Sie werden durch
das "attraktive und verführerische" Gesicht der Welt getäuscht und
versäumen ihren Pflichten gegenüber Gott und ihren bedürftigen Mitmenschen
nachzukommen und sich durch Gebet und Andacht ihren Wohlstand im
Jenseits zu sichern. Sie sagen: "Ich habe Wichtiges zu tun", "Ich
habe Ideale", "Ich habe Verantwortungen", "Ich habe keine Zeit",
"Ich muss erst dies abschließen und jenes zu Ende bringen", "Ich
werde mich später um meine religiösen Verpflichtungen kümmern",
und dabei verbrauchen sie ihr ganzes Leben, indem sie versuchen,
sich Wohlstand in dieser Welt zu verschaffen. Diese Selbsttäuschung
wird im folgenden Vers des Qurans beschrieben:
Sie kennen nur die äußerlichen Erscheinungen des
diesseitigen Lebens und das Jenseits vernachlässigen sie. (Sure
30:7 - ar-Rum)
Die in diesem Kapitel erläuterte Tatsache, nämlich dass alles nur
ein Bild ist, ist in ihrer logischen Konsequenz äußerst wichtig,
weil dadurch all die Beschränkungen und die von ihnen erweckten
Begierden ihre Bedeutung verlieren. Das Erkennen dieser Tatsache
lässt es deutlich werden, dass alles, was der Mensch besitzt oder
um dessen Besitz er sich bemüht, sein gierig ergattertes Vermögen,
seine Kinder, auf die er so stolz ist, sein Lebenspartner, dem er
sich so verbunden fühlt, seine Freunde, sein Körper, den er fast
anbetet, seine Stellung, in der er als einen Beweis seiner Überlegenheit
ansieht, die Schulen, die er besucht hat, der Urlaub, den er sich
leisten kann usw. nichts weiter als eine Fata Morgana gewesen sind
und daher erweist sich all das Bemühen, die Zeit und der Eifer,
die er darauf angewendet hat als nutzlos.
Daher machen sich die Leute, die mit ihrem Reichtum und Besitz
prahlen und ihre Yachten, Privatflugzeuge, Fabriken, Aktien, Villen
und Landgüter für Realitäten halten ahnungslos selbst zu Narren.
Die Reichen, die angeberisch ihre Yachten an den Küsten der Riviera
paradieren, mit ihren Limousinen und Sportwagen imponieren wollen
und über nichts anderes als ihre materiellen Errungenschaften reden,
in der Annahme dass ihr gesellschaftlicher Status ihnen einen Vorrang
über ihre Mitmenschen einräumt, und dass all dies sie zu erfolgreichen
Menschen macht, täten besser daran, nachzusinnen in welcher Lage
sie sich finden, wenn sie erkennen, dass ihr Erfolg nichts als eine
Illusion ist.
| 
Wie aber, wenn die Seele (des Sterbenden)
zur Kehle steigt. Und ihr dabei zuschaut, während Wir ihm
näher sind als ihr, ohne dass ihr es wahrnehmt? (Sure 56:83,
84, 85 - al-Waqi'a)
|
In der Tat erlebt man derartige Situationen oft auch in Träumen.
Auch im Traum kann man Häuser, schnittige Autos, kostbaren Schmuck
und Unmengen von Geld, Gold und Silber besitzen, man kann träumen
hohe Stellungen innezuhaben, Geschäftskonzerne mit tausenden von
Angestellten zu führen, Macht über viele Leute zu haben, und Kleider
zu tragen, die allseits Bewunderung hervorrufen, doch ebenso wie
jemand, der mit dem Besitz prahlt, den er in einem Traum gehabt
hat, sich lächerlich macht, so wird sich sicherlich auch der lächerlich
machen, der mit den Scheingebilden dieser Welt prahlt, denn letzten
Endes sind beides, die Dinge, die man im Traum sieht, sowie die
Dinge, auf die man sich in dieser Welt bezieht, nur Gebilde des
Gedächtnis.
Ähnlich werden sich die Menschen über bestimmte Ereignisse, an
denen sie in dieser Welt beteiligt waren, schämen, wenn sie die
Realität erkennen. Menschen die sich erbittert bekämpfen, unbeherrscht
ihrem Zorn und ihren Aggressionen nachgeben, betrügen,bestechen
und sich bestechen lassen, fälschen, lügen, geizen, ihren Mitmenschen
Unrecht zufügen, sie misshandeln und ihnen fluchen, Leute die von
rücksichtsloser Lust nach Macht und Rang besessen sind und andere
beneiden, sich mit Angeberei und Selbstverherrlichung berauschen,
und ebenso die, die andere vergöttern, werden sich schämen, wenn
sie erkennen müssen, dass sie all dies in einem Traum und um eines
Traums willen getan haben.
Da Allah all diese Bilder erzeugt, ist Er letztlich der Alleinbesitzer
von allem was es gibt. Der Quran betont diese Tatsache folgendermaßen:
Und Allah gehört alles, was in den Himmeln und
auf Erden ist; und Allah hat alle Dinge umschlossen. (Sure 4:126
- an-Nisa)
Es ist eine sehr große Torheit, die Religion auf Kosten imaginärer
Begierden zu vernachlässigen und dadurch ewiges Leben zu verlieren,
was ein ewiger Selbstverlust für den Menschen ist.
An dieser Stelle sollte Folgendes sehr klar verstanden werden:
Es wird hier nicht behauptet, dass diese Realität, die uns konfrontiert
etwa besagte: "aller Besitz und Reichtum, Kinder, Gatten, Freunde,
eifersüchtig gehütete Positionen usw. werden früher oder später
vergehen, und haben daher keine Bedeutung." Sie besagt vielmehr,
dass "alles was wir scheinbar besitzen, im Grunde genommen gar nicht
existiert, sondern nur eine Folge von Traumbildern ist, die Allah
uns vorführt um uns auf die Probe zu stellen". Man kann erkennen,
dass zwischen diesen beiden Aussagen ein großer Unterschied besteht.
Obwohl der Mensch diese Tatsache zunächst nicht wahrhaben möchte,
und sich eher dem Selbstbetrug hingibt, dass alles was er besitzt
wirklich existiert, wird er schließlich sterben, und im Jenseits
wird dann alles sehr deutlich zu erkennen sein, wenn er wiedererschaffen
wird. Dann wird er aufgeklärt:
"All dies hattest du ausser Acht gelassen,
und so haben Wir den Schleier deiner Unachtsamkeit von deinem Bewusstsein
gelüftet, und heute ist deine Sicht geschärft." (Sure 50:22 - Qaf),
und er wird alles klar sehen. Wenn er jedoch sein Leben auf
der Jagd nach imaginären Zielen verbracht hat, wird er sich wünschen,
es nie gelebt zu haben und wird ausrufen:
Wehe mir, wäre nur der Tod mein endgültiges Ende
gewesen! Mein Vermögen hat mir nichts genützt. Meine Macht ist
von mir geschwunden. (Sure 69:27, 28, 29. - al-Haqqa).
Ein bedachter Mensch sollte danach streben, die größte Wahrheit
des Kosmos zu ergründen, solange er in dieser Welt lebt und noch
Zeit dazu hat. Andernfalls wird er sein Leben damit verbringen,
Illusionen nachzujagen und zuletzt erwartet ihn dann ein schmerzliches
Erwachen. Im Quran ist das Ende der Menschen, die Illusionen und
Luftschlössern in dieser Welt nachjagen und ihren Schöpfer vergessen,
wie folgt dargestellt:
Die aber die Wahrheit leugnen - ihre Taten sind
wie eine Luftspiegelung in der Wüste; der Dürstende hält sie für
eine Oase mit Wasser, bis er, wenn er hingeht, sie als Nichts
vorfindet doch er findet dass Allah zur Stelle ist und ihm seine
Abrechnung vorlegt - und Allah ist schnell im Abrechnen. (Sure
24:39 - an-Nur)
Die logischen Denkfehler der Materialisten
Vom Beginn dieses Kapitels wurde eingehend erläutert, dass die
Materie nicht, wie die Materialisten behaupten, eine absolute Wesenheit
ist, sondern dahingegen eine Ansammlung von Sinneswahrnehmungen
die von Allah geschaffen wurden. Die Materialisten setzen sich dieser
eindeutigen Realität, die ihre Philosophie vernichtet mit dogmatischer
Sturheit entgegen und bringen unbegründete Antithesen vor.
Ein Beispiel liefert der überzeugte Marxist
George Politzer, einer der größten Verfechter der materialistischen
Philosophie im 20. Jh. mit seiner "Bus-Allegorie", die er
als den "größten Beweis" für die Existenz der Materie anführte.
Nach Politzer würden auch die Philosophen, die die Materie als Wahrnehmung
betrachten, vor einem Bus weglaufen, wenn sie ihn auf sich zukommen
sähen, um nicht überfahren zu werden. Und dies sei der Beweis für
die physische Existenz der Materie.206
Als einem anderen berühmten Materialisten, Johnson
vorgebracht wurde, dass die Materie aus einer Ansammlung von Wahrnehmungen
bestehe, versuchte er die physikalische Existenz von Steinen zu
beweisen, indem er den Steinen einen Tritt versetzte. 207
Ein ähnliches Beispiel wurde von Politzers Lehrer,
Friedrich Engels gegeben, der zusammen mit Marx der Mitbegründer
des dialektischen Materialismus war. Engels schrieb: "Wenn die
Kuchen die wir essen nur Wahrnehmungen sind, dann würden sie nicht
unseren Hunger stillen."208
In den Büchern der berühmten Materialisten wie Marx, Engels und
Lenin anderer findet man ähnliche Beispiele und frivole Äußerungen
wie etwa: "Die Existenz der Materie begreift man wenn man eine Ohrfeige
bekommt."
Das gestörte Verständnis der Materialisten , das solche Beispiele
hervorbringt, ist in ihrer Fehlinterpretation der Aussage "Die Materie
ist eine Wahrnehmung" begründet, die sie in dem Sinn auslegen, dass
die Materie nur eine optische Täuschung sei. Sie setzen voraus,
dass Wahrnehmung nur aufs "Sehen" begrenzt ist, und andere Empfindungen
wie das Fühlen einen materiellen Bezug haben müssen. Wenn ein Bus
einen Menschen anfährt, sagen sie, "er ist tatsächlich mit ihm zusammengeprallt
und daher ist das keine bloße Wahrnehmung". Der Punkt, den sie nicht
verstehen ist, dass die Wahrnehmungen die im Zusammenhang mit dem
Busunglück erfahren werden, die Härte, der Schlag des Aufpralls
und der Schmerz alle im Gehirn gebildet werden.
Das Beispiel des Traums
Das beste Beispiel, durch das diese Realität erklärt werden kann,
sind Träume. Der Mensch kann sehr realistische Erlebnisse im Traum
haben. Er kann eine Treppe hinunterfallen und sich dabei ein Bein
brechen, einen schweren Autounfall haben, unter einen Bus geraten
oder einen Kuchen essen und sich davon satt fühlen. Ähnliche Erlebnisse
wie solche die im täglichen Leben vorkommenden können im Traum geradeso
reell erlebt werden und die gleichen Gefühle hervorrufen.
Jemand der träumt, er werde von einem Bus überfahren, kann in seinem
Traum im Krankenhaus seine Augen wieder öffnen und sich bewusst
werden, dass er ein Krüppel ist, doch all das wäre eben ein Traum.
Er kann auch träumen, dass er in einem Autounfall stirbt, dass der
Engel des Todes seine Seele in Empfang nimmt und er sein Leben im
Jenseits beginnt. (Dieses Ereignis kann in gleicher Weise im "wirklichen"
Leben erlebt werden, was ebenso eine Wahrnehmung ist, wie der Traum)
| DIE WELT IM
TRAUM
Für
uns bedeutet die Materie das, was wir mit unserer Hand halten
und mit unserem Auge sehen. Jedoch auch im Traum "halten wir
mit unserer Hand, sehen wir mit unserem Auge", aber in Wirklichkeit
gibt es weder Hand, noch Auge, noch etwas anderes, was gehalten
und gesehen wird. Es gibt keine materielle Tatsache außer
dem Gehirn, das all dieses schafft. Offensichtlich irren wir
uns.
Ja, aber was trennt das wirkliche
Leben und den Traum voneinander? Beide Erlebnisse entstehen
im Gehirn. Wenn wir während des Traums ganz leicht in einer
nicht wahren Welt leben können, dann ist dasselbe auch für
die Welt gültig, in der wir uns befinden. Es gibt keine logische
Begründung, die uns aufhält zu denken, dass wir in einem noch
längeren Traum sind, nachdem wir aufgewacht sind. Der Grund,
warum wir den Traum als eine Phantasie und die Welt als die
Wirklichkeit ansehen, sind nur unsere Gewohnheiten und Vorurteile.
Und dies zeigt uns, dass wir eines Tages wie nach dem Schlafen
aufgeweckt werden. |
Der Träumer nimmt die Bilder, die Geräusche, das Gefühl der Härte,
Licht, Farben und alle anderen Gefühle, die sich auf sein Traumerlebnis
beziehen, sehr deutlich wahr. Alle Wahrnehmungen, die er im Traum
erfährt, sind ebenso natürlich wie die im "wirklichen" Leben. Der
Kuchen, den er im Traum verzehrt, macht ihn satt, obwohl er nur
eine Wahrnehmung ist, da das Gefühl der Sättigung auch nur eine
Wahrnehmung ist. Tatsächlich jedoch liegt diese Person zu diesem
Zeitpunkt in ihrem Bett, wo weder eine Treppe noch Verkehr, kein
Bus und kein Kuchen in Betracht kommen. Die träumende Person sieht
und erlebt Wahrnehmungen und Gefühle von Dingen, die in der Außenwelt
nicht vorhanden sind. Die Tatsache, dass wir im Traum Ereignisse
und Dinge sehen, erleben und fühlen, die in der Außenwelt kein materielles
Gegenstück haben, zeigt deutlich, dass die Außenwelt absolut nur
aus Sinneswahrnehmungen besteht.
Die Anhänger der materialistischen Philosophie - vor allem die
Marxisten - reagieren sehr heftig, wenn man sie vor diese Tatsache
der Essenz der Materie stellt. Sie zitieren Beispiele der oberflächlichen
Argumentation von Marx, Engels oder Lenin und machen
emotionelle Erklärungen.
Diese Leute sollten bedenken, dass sie diese Erklärungen auch im
Traum machen können. In ihren Träumen können sie auch Das Kapital
lesen, an Versammlungen teilnehmen, sich mit der Polizei bekämpfen,
einen Stein an den Kopf geworfen bekommen und dazu den Schmerz der
Wunde spüren. Wenn sie im Traum über ihre Erlebnisse befragt werden,
werden sie denken, dass ihre Traumerlebnisse ebenfalls aus absoluter
Materie bestehen, genauso wie sie annehmen, dass die Dinge, die
sie im Wachzustand sehen, "absolute Materie" sind. Ob es jedoch
im Traum oder im täglichen Leben ist, alles was erlebt, gesehen
und gefühlt wird, ist nur Sinneswahrnehmung.
Das Beispiel von den parallel verbundenen Nerven
Nehmen wir noch einmal das Beispiel des Verkehrsunfalls von Politzer:
Wenn zum Zeitpunkt des Unfalls die Nerven die von den 5 Sinnesorganen
zum Gehirn des Unfallopfers laufen parallel mit einem anderen Gehirn,
z.B. Politzers, verbunden gewesen wären, wäre auch der zu Hause
sitzende Politzer in dem Moment von dem Bus überfahren worden. Besser
gesagt, Politzer würde genau die selben Gefühle durchleben, wie
die verunglückte Person, geradeso wie das selbe Lied aus zwei verschiedenen
Lautsprechern gehört werden kann die an das selbe Tonbandgerät angeschlossen
sind. Politzer würde das Quietschen der Bremsen hören, den Zusammenprall
mit dem Bus fühlen, die Bilder seines gebrochenen Armes und des
Bluts sehen, die Schmerzen der Verletzungen spüren, er würde mitbekommen,
wie er in den Operationssaal gebracht wird, die Härte des Gipses
und Schwäche in seinen Gliedern fühlen und erleben. Jeder Mensch,
der parallel mit den Nerven des Unfallopfers verbunden wäre, würde
ebenso wie Politzer den Unfall von Anfang bis Ende durchleben. Wenn
derjenige der den Unfall hat, in ein Koma fällt, fallen auch alle
anderen, die mit ihm verbunden sind in ein Koma.
Und wenn überdies alle Wahrnehmungen des Unfalls mit einem Gerät
aufgezeichnet und dann auf das Gehirn von jemandem übertragen würden,
so würde der Bus jene Person mit jeder Wiedergabe der Aufzeichnung
erneut überfahren. Welcher der Busse, die jene Leute überfuhren
ist nun der echte?
Die materialistische Philosophie hat keine eindeutige Antwort auf
diese Frage. Die richtige Antwort ist, dass alle den Unfall in ihrem
Geist vollständig erlebt haben.
Das selbe Prinzip ist auf die Beispiele mit dem Kuchen und den
Steinen anwendbar. Wenn die Nerven der Sinnesorgane von Engels,
welcher das Sättigungs- und Völlegefühl in seinem Magen spürte,
nachdem er den Kuchen aß, mit dem Gehirn einer zweiten Person parallel
verbunden gewesen wäre, hätte sich jene Person ebenfalls satt gefühlt,
nachdem Engels sich an dem Kuchen gesättigt hatte. Wären die Nerven
Johnsons, der Schmerzen fühlte, als er den Steinen einen heftigen
Tritt versetzte, mit denen einer anderen Person parallel verbunden
gewesen, so hätte jene Person die selben Schmerzen gefühlt. Welcher
Kuchen und welche Steine sind nun Realität? Die materialistische
Philosophie bleibt wiederum eine eindeutige Antwort auf diese Frage
schuldig. Die richtige und eindeutige Antwort ist: Beide, Engels
und die zweite Person haben den Kuchen in ihrem Geist gegessen und
sind satt geworden; Johnson und die andere Person haben beide, das
Momentum des Tritts gegen die Steine voll in ihrem Gedächtnis erlebt.
Wenn man in dem obigen Beispiel von Politzer eine Änderung vornimmt
und die Nerven Politzers, der zu Hause sitzt, mit dem Gehirn des
Unfallopfers verbindet, und die Nerven des Unfallopfers mit Politzers
Gehirn, so wird Politzer glauben, ein Bus habe ihn überfahren, wobei
er zu Hause sitzt, und die Person, die tatsächlich überfahren wurde,
wird niemals den Aufprall des Unfalls spüren und denken, sie säße
in Politzers Haus. Die selbe Logik ist auch auf die Beispiele des
Kuchens und der Steine anwendbar.
Wie ersichtlich, ist es dem Menschen nicht möglich, seine Sinne
zu übergehen und sich von ihnen frei zu machen. In dieser Hinsicht
kann die Seele des Menschen allen möglichen Vorführungen unterzogen
werden, obwohl sie keinen physischen Körper, keine materielle Existenz
und auch kein physikalisches Gewicht hat. Es ist dem Menschen deshalb
nicht möglich, dies zu erkennen, weil er diese dreidimensionalen
Erscheinungen für wirklich hält und von ihrer Existenz völlig überzeugt
ist, da sich jeder Mensch auf Wahrnehmungen verlässt, die erzeugt
werden um von den Sinnesorganen erfasst zu werden.
Der bekannte britische Philosoph David Hume gibt seinen Gedanken
bezüglich dieser Tatsache folgendermaßen Ausdruck:
Ehrlich gesagt, wenn ich mich selbst in dem,
was ich "Ich" nenne, mit einschließe, begegnet mir immer eine ganz
bestimmte Wahrnehmung die sich auf heiß oder kalt, Licht oder Schatten,
Liebe oder Hass, süß oder sauer oder irgend ein anderes Konzept
bezieht. Ohne das Vorhandensein einer Wahrnehmung kann ich mich
niemals zu irgend einer bestimmten Zeit erfassen, und ich beobachte
nichts anderes als Wahrnehmung.209
Die Bildung von Wahrnehmungen im Gehirn ist keine
Philosophie, sondern eine wissenschaftliche Tatsache
Die Materialisten behaupten, dass das hier Gesagte eine philosophische
Ansicht sei. Dass das jedoch, was wir als die "Außenwelt" bezeichnen,
eine Ansammlung von Wahrnehmungen ist, ist keine philosophische
Angelegenheit, sondern eine eindeutige wissenschaftliche Tatsache.
Wie Wahrnehmungen und Gefühle im Gehirn entstehen, wird in allen
betreffenden Fakultäten ausführlich gelehrt. Diese Tatsachen die
von der Wissenschaft des 20. Jh., insbesondere der Physik, bewiesen
wurden, zeigen deutlich, dass die Materie keine absolute Wirklichkeit
besitzt, und dass jeder in gewisser Hinsicht das Geschehen auf dem
"Monitor im Gehirn" verfolgt.
Jedermann, der an der Wissenschaft glaubt, egal ob er ein Atheist
oder Buddhist ist oder eine andere Weltanschauung vertritt, muss
diese Tatsache anerkennen. Ein Materialist mag die Existenz eines
Schöpfers leugnen, doch diese wissenschaftliche Realität kann er
nicht verneinen. Auch wenn das Niveau des wissenschaftlichen Verständnisses
und der Möglichkeiten zu Zeiten von Karl Marx, Friedrich Engels,
George Politzer und anderer unzulänglich waren, ist dennoch ihr
Unvermögen, eine derart einfache und offensichtliche Tatsache zu
begreifen, höchst erstaunlich. Heutzutage sind Wissenschaft und
Technologie sehr weit fortgeschritten und jüngste Entdeckungen erleichtern
das Verständnis dieser Tatsache weitgehend. Die Materialisten dahingegen
sind von einer doppelten Panik ergriffen, einmal davor, diese Tatsache,
wenn auch nur teilweise zu erfassen, und dann davor, erkennen zu
müssen wie endgültig sie ihre Philosophie zerstört.
Die große Panik der Materialisten
Für geraume Zeit zeigte sich keine bemerkenswerte Reaktion von
Seiten der materialistischen Kreise in der Türkei gegen das, in
diesem Teil des Buchs behandelte Thema, d.h. die Tatsache, dass
Materie lediglich Wahrnehmung ist (welches vordem gesondert in der
Türkei veröffentlicht worden war). Dies gab uns den Eindruck, dass
unsere Aussage vielleicht nicht klar genug gemacht worden war und
weiterer Erläuterung bedurfte. Bald jedoch zeigte sich, dass die
Materialisten sich nicht nur unbequem über das wachsende Interesse
an diesem Thema fühlten, sondern in sehr große Besorgnis darüber
gerieten.
Einige Zeit lang haben die Materialisten lautstark ihre Furcht
und Besorgnis in Veröffentlichungen, Konferenzen und Foren zum Ausdruck
gebracht. Ihre erhitzten und hoffnungslosen Debatten und Erörterungen
deuten darauf hin, dass sie sich in einer schwierigen intellektuellen
Krise befinden. Der wissenschaftliche Zusammenbruch der Evolutionstheorie,
der sog. Grundlage ihre Philosophie, war schon vordem eine gewaltige
Erschütterung für sie gewesen. Nun wird es ihnen bewusst, dass die
Materie selbst ihnen entrinnt, welche eine bedeutendere Grundfeste
als der Darwinismus für sie ist, und so erfahren sie eine noch gewaltigeren
Rückschlag. Sie erklären, dass dieses Problem die "größte Bedrohung"
für sie darstellt, und dass dadurch ihr gesamter "kultureller Zusammenhalt"
zerstört wird.
Einer der Exponenten der materialistischen Zirkel, der diese Besorgnis
und Panik in höchst unverblümter Weise zum Ausdruck brachte, war
der Akademiker Renan Pekunlu, der ein Korrespondent der Zeitschrift
Bilim ve Utopya (Wissenschaft und Utopie) ist, welche sich die Verteidigung
des Materialismus zum Ziel gesetzt hat. Sowohl in seinen Beiträgen
in Bilim ve Utopya, als auch in den Foren, an denen er teilnahm
präsentierte er das Buch Der Evolutionsschwindel als die erstrangige
"Bedrohung" des Materialismus. Was Pekunlu mehr beunruhigte als
die Kapitel in denen der Darwinismus widerlegt wird, war der Teil,
den Sie gerade lesen. Seine Leser und (eine Handvoll) Zuhörer beschwor
Pekunlu: "...lassen Sie sich nicht von der Indoktrination des Idealismus
mitreißen, und bewahren Sie Ihren Glauben an den Materialismus!...",
wobei auf Vladimir I. Lenin verwies, den Anführer der blutigen kommunistischen
Revolution in Russland. Er empfahl jedermann, Lenins antiquiertes
Buch Materialismus und Kritik des Imperialismus zu lesen, und alles,
was Pekunlu tat, war Lenins Ratschläge zu wiederholen, indem er
sagte: "...denken Sie gar nicht erst über diese Dinge nach, denn
sonst werden Sie die Richtung des Materialismus verlieren und von
der Religion mitgerissen werden." In einem Artikel in der obig erwähnten
Zeitschrift zitierte er die folgenden Zeilen von Lenin:
Sobald wir die objektive Realität verneinen,
die uns durch die Sinneswahrnehmung gegeben ist, haben wir jegliche
Waffe gegen den Fideismus verloren, denn dabei sind wir auf den
Agnostizismus oder Subjektivismus abgesunken - und das ist alles
was der Fideismus erfordert. Wenn auch nur eine Klaue im Netz verstrickt
ist, ist der Vogel verloren. Und unsere Machisten haben sich allesamt
im Idealismus verstrickt, d.h. in einem verdünnten, feinen Fideismus.
Sie wurden in dem Augenblick verstrickt, als sie "Sinneswahrnehmung"
nicht als ein Bild der äußeren Welt annahmen, sondern als ein spezielles
"Element". Es ist niemandes Wahrnehmung, niemandes Geist, niemandes
Seele, niemandes Willen.210
Diese Worte zeigen überaus deutlich, dass die Tatsache, die Lenin
mit großer Beunruhigung erkannte, und aus seinem und dem Geist seiner
Genossen verbannen wollte, auch die Materialisten unserer Tage in
ähnlicher Weise plagt. Pekunlu und andere Materialisten sind jedoch
noch größeren Sorgen ausgesetzt, da sie erkennen, dass diese Tatsache
heute in weit erklärlicher und einleuchtender Weise vorgebracht
wird, als dies vor 100 Jahren geschah. Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte
wird dieses Thema auf derart unwiderlegbare Weise erläutert.
Nichtsdestoweniger zeigt sich im Allgemeinen, dass die Mehrheit
der materialistischen Wissenschaftler immer noch eine sehr laue
und oberflächliche Haltung gegenüber der Tatsache einnehmen, dass
"Materie eine bloße Illusion" ist. Das in diesem Kapitel erläuterte
Thema ist eine der wichtigsten und aufregendsten Angelegenheiten,
der man in seinem Leben begegnen kann. Es ist sehr unwahrscheinlich,
dass sie jemals mit einer so entscheidenden Problematik konfrontiert
waren, und dennoch zeigen die Reaktionen der Wissenschaftler, und
ihre Stellungnahmen in ihren Vorlesungen und Beiträgen wie seicht
und oberflächlich ihr Verständnis davon ist.
Die Reaktionen einiger Materialisten auf das hier erörterte Thema
zeigen in der Tat, dass ihr blindes Anhängen an den Materialismus
ihre logische Denkfähigkeit in gewissem Maß beeinträchtigt hat,
und sie daher weit davon entfernt sind, die Angelegenheit zu verstehen.
Alaattin Senel, z.B., ein anderer Akademiker, der ebenfalls für
Bilim ve Utopya schreibt machte eine ähnliche Mitteilung wie die
Rennan Pekunlus, indem er äußerte: "Vergessen Sie den Zusammenbruch
des Darwinismus, die wirkliche Bedrohung liegt in dieser Sache",
und, ahnend, dass seine eigene Philosophie jeglicher Grundlage mangelt,
forderte er: "...dann beweist doch was Ihr sagt!" Weit interessanter
jedoch ist, dass die eigenen Schriften jenes Autors dessen totalen
Mangel am Erfassen dieser Tatsache enthüllen, die er als eine derartige
Plage empfindet.
In einem Artikel, z.B., in dem er ausschließlich
dieses Thema erörtert, akzeptiert Senel, dass die Außenwelt als
Bild im Gehirn wahrgenommen wird, doch dann fährt er fort zu behaupten,
dass die Bilder in zwei Kategorien fallen, nämlich solche, die ein
materielles Gegenstück besäßen, und solche die keines hätten, und
dass die Bilder, die sich auf die äußere Welt beziehen physische
Gegenstücke hätten. In Unterstützung seiner Behauptung gibt er das
Beispiel des Telefons. Zusammengefasst sagt er etwa Folgendes aus:
"Ich weiß nicht ob die Wahrnehmungen in meinem Gehirn Gegenstücke
in der Außenwelt haben oder nicht, doch ebenso verhält es sich,
wenn ich telefoniere. Wenn ich mich am Telefon mit jemandem unterhalte,
kann ich meinen Gesprächspartner nicht sehen, doch ich kann mir
das Telefonat bestätigen lassen, wenn ich ihn später in Person treffe."211
Damit sagt der Autor im Grunde genommen Folgendes aus: "Wenn wir
Zweifel an unserer Wahrnehmung haben, können wir uns die wahrgenommene
"Sache selbst" betrachten um ihr tatsächliches Vorhandensein zu
prüfen." Dies jedoch ist ein offensichtliches Missverständnis, da
es uns unmöglich ist die "Sache selbst" zu erreichen; wir können
unseren Geist nicht verlassen und erkennen was "draußen" vor sich
geht. Ob die Stimme im Telefon ein persönliches Gegenstück hat oder
nicht kann von der Person am Telefon bestätigt werden, doch diese
Bestätigung ist wiederum eine Bildgestalt die im Geist erfahren
wird.
In der Tat erfahren diese Leute die gleichen Situationen auch im
Traum. Senel mag z.B. träumen, dass er telefoniert, und sich dann
dieses Gespräch von der Person, mit der er sprach, bestätigen lässt.
Oder Pekunlu mag in einem Traum eine "beträchtliche Bedrohung" empfinden
und seiner Audienz empfehlen Lenins hundert Jahre alte Bücher zu
lesen. Was auch immer sie tun mögen, können diese Materialisten
niemals die Tatsache verneinen, dass die Erlebnisse, die sie in
ihren Träumen haben und die Leute mit denen sie kommunizieren nichts
anderes als Wahrnehmungen sind.
Durch wen lässt sich dann bestätigen, ob die Bilder im Gehirn ein
Gegenstück haben oder nicht? Wiederum durch die Bildgestalten in
ihrem Gehirn? Zweifellos ist es den Materialisten unmöglich eine
Informationsquelle zu finden, die ihnen Daten bezüglich dessen,
was sich außerhalb des Gehirns befindet liefern, und diese bestätigen
kann.
Einzugestehen, dass alle Wahrnehmungen im Gehirn gestaltet werden,
doch anzunehmen, man könne daraus "aussteigen" und sich die Wahrnehmungen
in der äußeren Umwelt bestätigen lassen, lässt eine beschränkte
Auffassungsfähigkeit und eine pervertierte Logik erkennen.
Die hier dargelegte Tatsache kann jedoch durchaus von jedem begriffen
werden, der über ein durchschnittliches Maß an Intellekt und logischer
Denkfähigkeit verfügt. Jeder unvoreingenommene Mensch würde, nachdem
was hier gesagt wurde, erkennen, dass es ihm nicht möglich ist,
die Existenz der äußeren Welt mit seinen Sinnen zu überprüfen, doch
es scheint, dass blindes Anhängen an den Materialismus die logische
Denkfähigkeit der Leute pervertiert. Aus diesem Grund weisen die
zeitgenössischen Materialisten schwerwiegende logische Schwächen
auf, geradeso wie ihre Mentoren, die versuchten die Existenz der
Materie zu "beweisen" in dem sie Steinen Tritte versetzten und Kuchen
aßen.
Es muss jedoch gesagt werden, dass dies durchaus
keine verwundernswerte Situation darstellt, da Mangel an Verstand
ein allgemeines Charaktermerkmal aller Ungläubigen, d.h. Leugner
der Realität, ist. Im Quran drückt Allah es sehr gezielt aus,
indem Er sagt: "sie haben keinen Intellekt" (Sure 2:171 - al-Baqara).
Die Materialisten sind dem größten Fallstrick in
der Geschichte zum Opfer gefallen
Die Atmosphäre der Panik, die sich unter den materialistischen
Zirkeln in der Türkei verbreitet, wovon wir hier nur ein paar Beispiele
gaben, zeigt, dass die Materialisten einer totalen Niederlage entgegenblicken,
wie sie sie niemals zuvor erlitten. Die Tatsache, dass die Materie
lediglich Wahrnehmung ist, wurde von der modernen Wissenschaft bestätigt
und ist in sehr klarer, direkter und gebietender Weise dargelegt.
Für die Materialisten steht nur noch der augenscheinliche Zusammenbruch
der gesamten materiellen Welt aus, an der sie in verblendetem Glauben
und Vertrauen festhalten.
Materialistisches Denken ist so alt wie die Menschheitsgeschichte.
Sich ihrer Philosophie und ihrer selbst sicher dünkend, haben sich
die Materialisten gegen Gott, der sie erschaffen hatte, aufgelehnt.
Das Szenario, das sie formulierten sah vor, dass die Materie ohne
Anfang und ohne Ende, d.h. unbegrenzt und ewig sei, und daher unmöglich
einen Schöpfer haben könne. Während sie in ihrer Arroganz Allahs
Existenz leugneten, nahmen sie Zuflucht zur Materie, der sie tatsächliche
Existenz zuschrieben. Sie waren sich ihrer Lehre so sicher, dass
sie niemals die Möglichkeit ihrer Widerlegung erwägten.
Dies ist der Grund dafür, dass diese Leute so bestürzt waren über
die in diesem Buch vorgelegten Tatsachen bezüglich der wahren Natur
der Materie. Was hier dargelegt wurde hat ihrer Philosophie den
Boden unter den Füßen weggeschlagen, und lässt keinen Raum für weitere
Diskussion. Die Materie, auf die sie all ihr Denken, ihr Leben,
ihre Arroganz und ihre Verleugnung gründeten, zerrinnt ihnen plötzlich
zwischen den Händen. Wie kann Materialismus weiter bestehen, wenn
Materie nicht existiert?
Eine der Eigenschaften Allahs ist, dass er die Leugner in ihren
Intrigen überlistet. Dies wird in einem Vers des Qurans erwähnt:
"...sie schmieden Pläne und Allah plant, doch Allah ist der beste
Planer" (Sure 8:30 - al-Anfal)
Allah hat den Materialisten eine Falle gestellt, und indem sie
annehmen, dass die Materie Realität besitzt, werden sie auf unsichtbare
Weise bloßgestellt. Sie hielten ihre Besitztümer, ihren gesellschaftlichen
Status und Rang, ihre Gesellschaft, die ganze Welt und alles andere
für wirklich und wurden darüber hinaus Allah gegenüber arrogant,
indem sie sich auf all dies verließen. Sie lehnten sich gegen Allah
auf und nährten ihren Unglauben mit ihrer Prahlerei. Indem sie das
taten verließen sie sich vollständig und ausschließlich auf Materielles
und ihr beschränkter Verstand hinderte sie zu bedenken, dass Allah
sie äußerlich und innerlich umgibt. Allah beschreibt den Zustand
in den die Leugner aufrund ihrer Verstocktheit gebracht werden.
Oder wollen sie Intrigen planen? Diejenigen,
die die Realität leugnen, fallen selbst der Intrige zum Opfer
(Sure 52:42 - at-Tur)
Dies ist wahrscheinlich die denkbar größte Niederlage. Indem sie
aus eigenem Antrieb arrogant wurden und Allah den Krieg erklärten
mit der unerhörten Lästerung Ihn durch die Materie ersetzen zu wollen,
sind sie in ihre eigene Grube gefallen und haben die größte Niederlage
erlitten. Der folgende Vers des Quran erklärt, wie ahnungslos die
Leute sind, die sich gegen Allah auflehnen, und was sie erwartet:
Und so ließen Wir in jeder Gesellschaft die größten
Frevler ihre üblen Anschläge aushecken, doch ihre Anschläge richten
sich nur gegen sie selbst und sie sind sich dessen nicht bewusst.
(Sure 6:123 - al-An'am)
In einem anderen Vers wird der selbe Sachverhalt dermaßen geschildert:
Sie versuchen Allah und die, die glauben zu täuschen,
doch sie führen sich nur selbst hinters Licht und ahnen nichts
davon. (Sure 2:9 - al-Baqara)
Indem die Leugner versuchen, ihre Komplotte zu verwirklichen, sind
sie sich dieser wichtigen Tatsache, die durch die Worte des Verses
"...sie führen sich nur selbst hinters Licht und ahnen nichts davon"
nicht bewusst. Dies ist die Tatsache, dass alles, was sie erleben
nur Bildgestaltung ist, die dazu dient ihnen eine Wahrnehmung zu
vermitteln, und alle Ränke, die sie schmieden sind nur Vorstellungen
in ihrem Geist, sowie alle anderen Aktionen, die sie unternehmen.
Ihre Torheit hat sie vergessen lassen, dass sie mit Allah allein
sind, und daher sind sie in ihren eigenen trügerischen Anschlägen
verfangen.
In keinem geringeren Maße als die Leugner der Wahrheit in der Vergangenheit,
stehen auch die Ungläubigen von heute einer Realität gegenüber,
die ihre Pläne von Grund auf zunichte macht. Mit den Worten aus
dem Quran "... Siehe, Satans List ist schwach."
(Sure 4:76 - an-Nisa) hat Allah erklärt, dass diese Anschläge
von vornherein zum Scheitern verurteilt sind, und den Gläubigen
hat Er mit den Worten "... werden euch ihre
List nicht im Geringsten schaden" (Sure 3:120 - Ãl-Imran)
Sicherheit gewährleistet.
In einem anderen, oben bereits zitierten Vers erklärt Allah:
Die aber die Wahrheit leugnen - ihre Taten sind
wie eine Luftspiegelung in der Wüste; der Dürstende hält sie für
eine Oase mit Wasser, bis er, wenn er hingeht, sie als Nichts
vorfindet... (Sure 24:39 - an-Nur)
Auch der Materialismus wird zu einer "Fata Morgana" für die, die
sich gegen die Realität auflehnen, wie in diesem Vers erwähnt; wenn
sie darauf zugehen, finden sie, dass es nichts als eine Illusion
ist. Allah hat sie mit solch einer Vorspiegelung in Versuchung geführt
und sie verleitet diese Ansammlung von Bildern für wirklich zu halten.
All jene angesehenen Leute, Professoren, Astronomen, Biologen, Physiker
und alle anderen, unbeachtet ihres Rangs und ihrer Position sind
schlichtweg übertölpelt worden wie Kinder, und in Schande gedemütigt,
indem sie die Materie zu ihrem Götzen machten. Sie hielten ein "Bilderbuch"
für die Wirklichkeit, gründeten ihre Philosophie und Ideologie darauf,
hielten ernsthafte "gelehrte" Diskussionen und Vorträge darüber
und untermauerten ihren "Intellektualismus" damit. Sie dünkten sich
weis genug, über die kosmische Wahrheit zu argumentieren und - weit
schwerwiegender - Allah mit ihrem begrenzten Verstand in Frage zu
stellen. Allah erklärt diese Situation in einem ähnlichen, wie dem
oben bereits zitierte Vers:
Und sie planten ihre Intrigen und Allah plante,
doch Allah ist der listigste Planer (Sure 3:54 - Ãl Imran)
Es mag möglich sein, menschlichen Komplotten zu entrinnen, doch
Allahs Anschlag auf die Verleumder ist unentrinnbar. Sie mögen tun
was sie wollen, und sich wenden an wen sie wollen, doch gegen Allah
werden sie keine Hilfe finden, wie Allah es im Quran dargelegt hat:
"...und für sie wird es neben Allah keinen
Beschützer und keinen Helfer geben." (Sure 2:173 - an-Nisa)
Die Materialisten ahnten niemals, dass sie in solch eine Falle
gehen würden. Mit all den Mitteln des 20. Jh. zu ihrer Verfügung,
wuchsen sie in ihrer aufsässigen Ablehnung und verleiteten ihre
Mitmenschen zum Unglauben. Diese stets gleich bleibende Mentalität
der Leugner und ihr Ende sind im Quran folgendermaßen beschrieben:
Und sie schmiedeten ihre Ränke und Wir hatten
Unsere Pläne, doch sie ahnten nichts davon. So seht euch den Ausgang
ihrer Ränke an! Wir waren es die sie mitsamt ihrer Gesellschaft
vertilgten. (Sure 27:50, 51 - an-Naml)
Das in diesen Versen Gesagte kann, anders ausgelegt, die Bedeutung
haben, dass die Materialisten letztlich erkennen müssen, dass alles,
was sie besaßen, eine Illusion war und daher ihr ganzes Dasein
zerstört ist. Während sie mit ansehen, wie all ihre Besitztümer,
ihre Fabriken, ihr Gold und Vermögen, ihre Kinder, Gatten und Freunde,
ihr Rang und Status und selbst ihre eigenen Körper, all das dem
sie wahrhafte Existenz zugemessen hatten in ihren Händen zerfließt,
sind sie "vertilgt" in den Worten des obigen Verses. In dieser Situation
sind sie keine Materie mehr, sondern Seele.
Zweifellos ist die Erkenntnis dieser Wahrheit das Schlimmste, was
den Materialisten geschehen kann. Die Tatsache dass all ihr Besitz
eine Illusion ist kommt ihren eigenen Worten gemäß "einem Sterben
vor dem Tod" auf dieser Welt gleich.
Dies stellt sie vor die Tatsache, alleine mit Allah zu sein. In
dem Vers "Überlass Mir den, den ich als Einzelnen erschuf."
(Sure 74:11 - al-Muddassir) macht uns Allah darauf aufmerksam, dass
jeder Mensch letzten Endes alleine in Seiner Gegenwart ist. Diese
bemerkenswerte Tatsache wird in vielen anderen Versen wiederholt:
Und nun seid ihr vor Uns gekommen, einzeln und
alleine, wie Wir euch zuerst erschaffen haben und hinter euch
zurücklassen musstet ihr all das, was Wir euch zu Eigen machten,
und niemand der für euch sprechen könnte, von denen ihr dachtet,
sie hätten Teil an eurem Leben gehabt, ist in Sicht. Die Verbindung
ist abgeschnitten und das was ihr in eurer Vorstellung zu eurer
Wirklichkeit gemacht habt hat euch verirrt im Stich gelassen.
(Sure 6:94 - al-An'am)
Und am Tag der Auferstehung werden sie alle einzeln
vor Ihn kommen. (Sure 19:95 - Maryam)
Die in diesen Versen widergespiegelten Fakten können, anders ausgelegt,
die Bedeutung haben, dass diejenigen, die sich Materielles zum Götzen
machen, von Allah kamen und zu Ihm zurückgebracht werden. Sie müssen
ihren Willen Allah gefügig machen, ob sie es wollen oder nicht.
Nun erwarten sie den Jüngsten Tag an dem jeder Einzelne von ihnen
Rechenschaft ablegen muss, wie sehr ungeneigt sie auch sein mögen
das zu begreifen...
Schlussfolgerung
Das Thema, welches bisher erörtert wurde, behandelt eine der größten
Wahrheiten, der man je im Leben gegenübergestellt sein wird. Die
erwiesene Tatsache, dass das ganze materielle Universum im Grunde
genommen ein "Schattengebilde" ist, wird zugleich der Schlüssel
zum Verständnis der Existenz Gottes, als alleiniges, absolutes Wesen,
und Seiner Schöpfung.
Jemand der diesen Punkt verstanden hat, erkennt, dass die Welt
kein derartiger Ort ist, wie die meisten Menschen ihn sich vorstellen.
Die Welt ist kein absoluter Ort, der wahrhaftig existiert, wie die
Leute annehmen, die ziellos auf den Straßen herumlaufenden oder
sich in Lokalen streiten, die in luxuriösen Cafés ihren Müßiggang
zur Schau stellen oder mit ihrem Reichtum prahlen und die ihr Leben
eitlen Zielen widmen. Die Welt ist nur eine Ansammlung von Sinneswahrnehmungen
- eine Illusion. Die obig erwähnten Menschentypen sind nur Schattenwesen,
die sich diese Wahrnehmungen in ihrem Gedächtnis betrachten, doch
sind sich dessen nicht bewusst.
Dieses Konzept ist deshalb sehr wichtig, weil es die materialistische
Philosophie, die die Existenz Gottes leugnet, untergräbt und zu
Fall bringt. Aus diesem Grund sind Materialisten wie Marx, Engels
und Lenin, und andere in Panik und Zorn geraten, und warnten ihre
Anhänger davor, über dieses Konzept "nachzusinnen", als sie davon
Kenntnis nahmen. In der Tat leiden diese Leute an einem derartigen
Schwachsinn, dass sie nicht einmal die Tatsache begreifen können,
dass sich alle Wahrnehmungen im Gehirn abspielen. Die Welt, die
sie im Gehirn erleben, halten sie für die "Außenwelt", und können
die offensichtlich gegenteiligen, erwiesenen Fakten nicht begreifen.
Diese Verständnislosigkeit ist ein Ausdruck des Mangels an Weisheit,
die Allah den Leugnern vorenthält, wie sie im Quran beschrieben
werden "... sie haben Herzen, mit denen sie
nicht verstehen, Augen, mit denen sie nicht sehen und Ohren, mit
denen sie nicht hören. Sie sind wie das Vieh und selbst noch weiter
verirrt, sie sind die Achtlosen". (Sure 7:179 - al-A'raf)
Man kann dieses Thema darüber hinaus weiter erforschen, wenn man
sich selbst hineinvertieft, indem man seine Konzentration und Aufmerksamkeit
auf die Dinge lenkt, die einen umgeben und darüber nachsinnt, auf
welche Weise man sie sieht und fühlt. Wenn man sorgfältig darüber
nachdenkt, kann man fühlen, dass das intelligente Wesen, das sieht,
hört, fühlt, denkt und in diesem Moment dieses Buch liest, alleine
die Seele ist, die wie auf einem Bildschirm die Wahrnehmungen, die
wir Materie nennen, betrachtet. Der Mensch, der das versteht, kann
als jemand betrachtet werden, der aus dem Bereich der materiellen
Welt, die einen Großteil der Menschheit täuscht, in den Bereich
der wirklichen Existenz gelangt ist.
Diese Wahrheit wurde von einer Anzahl von Philosophen und gottesfürchtigen
Menschen im Lauf der Geschichte erkannt. Prominente Denker des Islam
wie Imam Rabbani, Muhiuddin Ibn Arabi und Maulana Dschami haben
diese Wahrheit aus den Hinweisen im Quran erkannt, indem sie sich
tief damit geistig auseinandersetzten. Auch einige abendländische
Philosophen wie George Berkeley sind zu der gleichen Wahrheit durch
logisches Denken gelangt. Imam Rabbani erläutert in seinem Maktubat
(Briefe), dass das ganze materielle Universum "Illusion und Vorstellung
(Wahrnehmung)" sei, und dass Allah das einzige absolute Wesen sei:
... die Substanz der Wesen, die Er (Allah)
erschuf, ist reines "Nichts" ... Er hat alles in der Sphäre der
Sinnesempfindung und Vorstellung erschaffen ... die Existenz des
Universums ist innerhalb der Sphäre der Sinnesempfindung und Vorstellung
und ist nicht materiell. Die einzige Realität außerhalb (dieser
Sphäre) ist das Göttliche Wesen - Allah.212
Imam Rabbani erklärte ausdrücklich, dass alle Bildgestalten, die
dem Menschen vorgestellt werden, nichts als eine Illusion seien,
und dass sie außerhalb seiner Vorstellung keine originalen Gegenstücke
haben.
Dieser Ablauf der Bildgestaltung wird in der
Vorstellung aufgezeichnet. Sie wird bis zu dem Grad wahrgenommen
indem sie aufgezeichnet wird, doch dies geschieht mit dem Auge des
Geistes. In der Außenwelt scheint sie mit dem physischen Auge wahrgenommen
zu werden. Dem ist jedoch nicht so. In der äußeren Welt haben diese
Bilder weder eine Zuteilung, noch eine Spur. Es ist kein Phänomen
vorhanden, das beobachtet werden könnte. Selbst mit der Reflexion
eines Gesichts im Spiegel verhält es sich so. Außerhalb des Spiegels
hat sie keine Beständigkeit. Zweifelsohne sind beide, das Spiegelbild
und seine Beständigkeit in der VORSTELLUNG vorhanden. Doch Allahs
Wissen ist größer.213
Maulana Djalalledin Rumi drückt die selbe Tatsache aus, die er
mit Hilfe seines Intellekts aus den Hinweisen im Quran entdeckte:
Alles, was im Kosmos vorhanden ist, sind Sinneswahrnehmungen und
Illusionen, die entweder wie Reflexionen in einem Spiegel, oder
Schatten sind.
Die Anzahl der Personen jedoch, die diese Wahrheit im Lauf der
Geschichte erfasst haben, war stets begrenzt. Die großen Gelehrten,
wie Imam Rabbani, äußerten, dass es ratsam sei, diese Tatsache der
Öffentlichkeit nicht zu offenbaren, da die Mehrzahl der Leute sie
nicht verstehen könnten. In der Zeit, in der wir leben, ist diese
Tatsache jedoch eine Errungenschaft der empirischen Wissenschaft
geworden, unterstützt durch solide Beweise. Die Tatsache, dass das
Universum nur ein Schattengebilde ist, wurde zum ersten Mal in der
Geschichte der Menschheit in derart konkreter, deutlicher und ausdrücklicher
Weise erklärt.
Aus diesem Grund wird das 21. Jahrhundert ein Wendepunkt in der
Geschichte werden, in dem die Menschen im Allgemeinen die göttlichen
Wahrheiten erkennen und in großer Anzahl zum Glauben an Allah, dem
Einzigen und Absoluten Wesen, geleitet werden. Im 21. Jahrhundert
werden die materialistischen Weltanschauungen des 19. Jahrhunderts
auf den Schuttplatz der Geschichte geworfen und Allahs Existenz
und Seine Schöpfung erkannt werden. Tatsachen, und Gegebenheiten
wie Raumlosigkeit, Zeitlosigkeit werden verständlich werden, und
die Menschheit wird sich von den jahrhundertealten Schleiern des
Betrugs und Aberglaubens, von denen sie umgeben war befreien.
Kein Schattenwesen wird diese unabwendbare Entwicklung aufhalten
können...
  

197. Frederick Vester, Denken,
Lernen, Vergessen, vga, 1978, S. 6 
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Philosophie, Editions Sociales, Paris, 1954, S. 38 ff. 
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of Thought), Istanbul, Remzi Bookstore, 6. Auflage, September, 1995,
S.447 
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Knowledge", 1710, Works of George Berkeley, Bd. I, ed. A. Fraser,
Oxford, 1871 
203. Bertrand Russell, ABC of Relativity, George
Allen and Unwin, London, 1964, S.161 f. 
204. R.L.Gregory, Eye and Brain: The Psychology
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205. Karl Pribram, David Bohm, Marilyn Ferguson,
Fritjof Capra, Holografik Evren 1 (Holographic Universe 1), übersetzt
von Ali Çakiroglu, Kuraldisi Publishing, Istanbul, 1996, S.37 
206. George Politzer, Principes Fondamentaux de
Philosophie, Editions Sociales, Paris, 1954, S. 53 
207. Orhan Hançerlioglu, Düsünce Tarihi (The History
of Thought), Istanbul, Remzi Bookstore, 6. Auflage, September, 1995,
S. 261 
208. George Politzer, Principes Fondamentaux de
Philosophie, Editions Sociales, Paris 1954, S. 65 
209. Paul Davies, Tanri ve Yeni Fizik, (Gott und
die neue Physik), übersetzt von Murat Temelli, Im Verlag, Istanbul
1995, S.180 f. 
210. Rennan Pekünlü, "Aldatmacanin Evrimsizligi",
(Non-Evolution of Deceit), Bilim ve Ütopya, Dezember 1998 (V.I.Lenin,
Materialism and Empirio-criticism, Progress Publishers, Moscow,
1970, S.334 f.) 
211. Alaettin Þenel, "Evrim Aldatmacasi mi?, Devrin
Aldatmacasi mi?", (Evolution Deceit or Deceit of the Epoch?) Bilim
ve Ütopya, Dezember 1998 
212. Imam Rabbani Hz. Mektuplari (Briefe von Rabbani),
Bd. II, 357. Brief, S. 163 (Übersetzung ins Deutsche aus dem vereinfachten
türkischen Text) 
213. Imam Rabbani Hz. Mektuplari (Briefe von Rabbani),
Bd. II, 470. Brief, S.1432 (Übersetzung ins Deutsche aus dem vereinfachten
türkischen Text)  |